Projekte 2020

kulturvoll – Corona – Familienhilfe – #kunsthilft

Unser Verein reagiert auf die Corona Krise. Wir freuen uns sehr über die begeisterte und motivierte Reaktion der teilnehmenden Familien!

Auf dieser Seite dokumentieren wir den Verlauf der unterschiedlichen Beiträge

(Bitte schauen Sie auch unten angefügte PDF´s, Videos, Fotos und Texte).

 

Das Projekt

Wir haben Künstler*innen-Eltern und ihre Kinder eingeladen, Projektvorschläge zum Thema „Meine Sicht auf Corona“ einzureichen.

 

Zeitraum - April 2020 bis Herbst 2020

Wir haben vergeben - 17 Arbeitsstipendien à 1.000 € - 1.400 €

Wir bekommen - Euren persönlichen „Corona Report“ 

 

Warum dieses Projekt?

Derzeit befinden wir uns in einer noch nie dagewesenen Krise. Im Vordergrund steht die gesundheitliche und soziale Ausnahmesituation. Gleichzeitig geraten freiberuflich tätige Künstlerinnen und Künstler flächendeckend in große wirtschaftliche Bedrängnis. Um dem etwas Positives entgegen zu setzen, vergibt kulturvoll e.V. 17 Arbeitsstipendien an Künstler*innen-Eltern, die der Ohnmacht angesichts der „Corona Krise“ entgegenwirken wollen. Es geht uns darum gemeinsam die sozialen und ökonomischen Herausforderungen zu meistern und so das soziale Miteinander zu stärken. 

 

Aufgabenstellung an die teilnehmenden Familien

 

Wir möchten Euch bitten, ein „Corona Tagebuch“ zu führen. Ihr könnt alle Medien (Text, Zeichnung, Malerei, Foto, Video, Musik, Tanz etc.) als Ausdrucksmittel benutzen. Was uns besonders interessiert ist die Sichtweise der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. 

Sagt uns: Wer ist Corona? Was ist Corona? Was macht Corona mit Deinem Alltag und Deiner Umwelt? Und - ganz wichtig - welche Zauberformeln und Rezepte kennst Du gegen das Virus? Wie wünschst Du Dir die Welt? 

 Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf Eure Ideen und Initiativen. Dazu planen wir eine gemeinsame Ausstellung, in der Eure Beiträge neugierigen Menschen präsentiert werden sollen.

November 2020

Voller Enthusiasmus haben wir begonnen die gemeinsame Ausstellung mit sehr vielfältigen und hervorragenden Arbeiten zu planen. Leider müssen wir gemeinsam weiter mit Corona umgehen. Eine besondere Herausforderung für Künstler*innen Familien und ihre Kinder.

Wir bedanken uns bei allen Familien, die an diesem Projekt mitgewirkt haben ebenso wie bei unseren Unterstützer*innen!

Nin, Gus, Lov
Familie Schmidtke+Masche
Familie Cohnen+Muelle
Familie Doleschal_1.
Familie Peiterson_1.
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kulturvoll – Corona - Texte der Beteiligten

Was findet Ihr gut an diesem Projekt von kulturvoll e.V. #kunsthilft?

Statement Familie Basker 

Henrieke: Als die Einladung zum Stipendium kam, waren wir mitten am Anfang des Lockdowns, und ausser nicht-systemrelevant und auf unbestimmte Zeit daher keine Schule und keine Kita– keine Kinderbetreuung–was gleichbedeutend ist mit nicht arbeiten können–nicht Geld verdienen können, nicht Teil dieser Gesellschaft sein können–gab es nicht sehr viele reizvolle Aussichten.

Und da waren diese wachen Frauen von kulturvoll e.V., die unser Leben wieder lebenswert gemacht haben! Mit einem großzügigen Beitrag, der ein wichtiges Zeichen war: wir sehen Euch! Ihr werdet gesehen, ihr seid trotzdem wichtig!

Auch die Erziehungsarbeit, die ihr leistet ist wichtig, und Eure Stimmen wollen wir hören, aus euren Perspektiven möchten wir zu sehen bekommen.

Das war so toll! Vielen Dank–forever grateful–nicht zuletzt für die mehrmals prall gefüllten Einkaufswagen im Supermarkt, die wir uns wegen Euch leisten konnten, Vielen Dank für einen vollen Tank, mit dem wir in die regionalen Erholungsgebiete düsen konnten...

Und nun kommt noch dazu, dass wir die anderen Familien kennenlernen, eine Ausstellung planen und auch sehen: wir sind nicht allein, anderen geht es genauso! Und als Gruppe von Künstlerinnen Eltern und Kindern mehr Sichtbarkeit bekommen–

Das ist ein echter Mehrwert, ein Lichtblick, eine Gemeinschaft, ein Türöffner, eine ganz tolle Idee, die eine wunderbare, von selber wachsende Gestalt angenommen hat. Toll!

Jake: Das tolle daran war, dass es erstmal das Vertrauen gab, wie eine Art Spende, und dann hatten wir die Gelegenheit, es mit unserer Kunst zurück zu zahlen, wie wir es für richtig halten. Und das wir eine Aufgabe hatten, die wir so frei gestalten konnten wie wir wollten. In einer Zeit, die sich wie in Limbo anfühlte.

 

Statement Familie Bloss, GustavLonis und Nara 3.10.2020

METAMORPHOSE – DIE VERWANDLUNG

Durch das Projekt von #kunsthilft haben wir in der Quarantäne zusammen Kunst gemacht - und uns dabei über Corona und die Auswirkungen auf unser Leben ausgetauscht. Dafür sind wir dankbar.

Das Tolle war, dass sich während der Arbeit an unserem Kunstwerk das Durcheinander und die Sorgen vor der Zukunft in hoffnungsvolle Gedanken verwandelt haben.

Unser Kunstwerk steht für diese Verwandlung.

 

Statement Familie Bettina + Job Cohnen

Wir fanden es gut, dass es keine Vorschriften gab und wir frei arbeiten konnten.

Es ist toll, dass wir nicht alleine etwas gemacht haben, sondern dass so viele verschiedene Projekte

von anderen Familien entstanden sind.

Außerdem haben wir es sehr genossen, als Familie in der Corona-Zeit eine gemeinsame Aufgabe zu haben.

Statement Familie Mona Schmidtke, Raphael 

Wir freuen uns über das Vertrauen, das kulturvoll.eV diesem Projekt und den einzelnen Familien entgegenbringt. Es ist schön, die Vielfalt an verschiedenen Künstler*innen-Familien zu sehen und mit ihnen zusammen zu kommen. Besonders inspiriert uns, dass die Kinder wirklich im Vordergrund stehen und nicht bloß „Anhängsel“ ihrer Künstler*innen-Eltern sind.

 

 

Statement FamilieDoleschal 

Ada "ich finde gut, dass Kinder mitmachen können!"

Ines "kulturvoll e.V. hatte mit dem Projekt Kunst hilft die richtige Idee zur richtigen Zeit. Kulturvoll förderte in einer Zeit, die besonders für Familien mit jüngeren Kindern schwierig war, Gemeinschaft, Fantasie, intergenerative, kreative Arbeit und Zusammenhalt. Damit hat der Verein jene im Fokus, die der Kunstbetrieb üblicherweise außen vor lässt - Künstler*innen mit Kindern."

Ines "Das Projekt ist eine Pionierleistung auf dem Gebiet der internationalen Förderpraxis im Kunstbetreib"

 

Statement Familie Ehrenberg 

Die Arbeit an unserem Film „Corona Tagebuch“ schuf für uns einen Rahmen um das erste halbe Jahr mit der Pandemie. Sie war Anstoß uns immer wieder miteinander darüber auszutauschen, wie wir die „neuen“ Bedingungen des Lernens und Miteinanderseins erleben, wie wir sie künstlerisch darstellen können, und damit auch ein Stück weit verarbeiten können. Das Projekt hat uns als Familie näher zusammen gebracht und nicht zuletzt freuen wir uns, dass wir jetzt eine Dokumentation dieser denkwürdigen Zeit in Film, Bild und Art Journal zeigen können!

 

Statement Familie Bucher 

Wir finden an diesem Projekt super, dass wir uns als Familie zusammengesetzt und gemeinsam über etwas nachgedacht haben, worüber wir sonst nicht nachgedacht hätten und jetzt ist etwas entstanden, was sonst nicht entstanden wäre. Wir freuen uns auch, dass es eine Ausstellung geben wird, weil wir dann auch die Ideen der anderen anschauen können.

Statement Familie Caroline, Gernot, Mathilda und Salih

Für uns war das Stipendium direkt zum Beginn des lockdowns 
Eine Möglichkeit, gemeinsam als Familie künstlerisch tätig zu werden und unsere Empfindungen und Wahrnehmungen der Situation künstlerisch umzusetzen!
Es war sehr wertschätzend und beeindruckend, eine solch direkte und vertrauensvolle Unterstützung zu erhalten; ein starker Gegenpol zu vielen Dingen, die auch arbeitsmässig wegfielen und eine Betonung an den Glauben an das Potential von Kindern und Kunst!

 

Statement Familie Reinfeld

Natürlich sind gerade die Kinder im Moment besonders belastet, obgleich sie das auch gar nicht so objektiv spüren. Gereizte Stimmung hier, mehr Stress dort, größere Dringlichkeiten da. .... Das macht sich alles bemerkbar.  Das permanente Maskentragen und dieser ganze Sprech mit den Infizierten, den Zahlen und dem Virus 🦠. Das schleicht sich natürlich auch in die Traumwelt nachts und in die gesamte Stimmung auch zu Hause mit ein.
Wie cool seid ihr denn einfach noch ein bisschen Cash in Richtung Weihnachten zu überweisen. Das hat mich und die Kinder so sehr gefreut - vielen Dank dafür, von ganzem Herzen!

Ich denke nach wie vor, und das macht das Projekt auch so wichtig, ist das Wichtigste für die Zukunft (und gerade jetzt) eine soziale Schlauheit und weniger Schulwissen, sondern hinsehen, spüren, teilnehmen, teilen und wahrnehmen können. All das kann Kunst verstärken und fördern, umso wichtiger ist es, dass wir mit unseren Kindern gemeinsam an etwas dran sind. In diesem Sinne, wir bleiben dran. 

Beschreibung der Arbeiten

Coronateppich_von Petra Schoenewald für die Familie Schoenewald Baltzer

Unser Beitrag ist eine Stickarbeit. Kreuzstich auf Stramin.

 

Maße: Nach Corona werden es 6 m x 1m sein…vielleicht mehr…der momentane Bearbeitungsstand beläuft sich auf 1 x 1m….

 

Zu sehen sind Episoden, die uns während der Coronazeit begegnet sind.

Ein Kleiber, der eine Zoom Konferenz beobachtet, ein Hausrotschwanz u. ein Kolkrabe...Und andere Geschichten…

 

Der Teppich spielt mit weiblich konnotierten Tätigkeiten, früher zum Zeitvertreib beim Warten auf den Liebsten gerne eingesetzt, um das auf dumme Gedanken kommen zu unterbinden und die Frau an die Burg zu fesseln... Heute steht er für das Warten auf das Ende von Corona und die Wiederaufnahme gewohnter Tätigkeit, aber auch für den Genuss an Muße und das Vergessen der Zeit, vor allem aber für die Beschäftigung mit wirklich Wichtigem.

Gesundheit, gut essen, Bewegung in der Natur und Wahrnehmung derselben, Einsamkeit und Gemeinsamkeit, Angst kein Geld zu verdienen und zu verhungern oder nicht behandelt zu werden, Die Liebe und Sorge umeinander….

Die Freude an der Narration und dem Entdecken soll der Teppich wecken und er erzählt von den Sachen, denen wir uns während des Corona Lockdown gewidmet haben. Ich habe z.B. Zoom - Malkurse veranstaltet, auf ausgedehnten Wanderungen Vogelstimmen bestimmt, wir alle haben geturnt und sehr viel Eis gegessen. Die schon fort gezogenen Kinder waren und sind viel bei uns und um uns, als wären sie nie ausgezogen….
Der erste Teppichteil ist fertig, der Hauptteil ist noch am Werden und wird auch noch lange dauern, mindestens solange wie Corona dauert..das passt deshalb gut…der Teppich ist eine Überforderung, wie es Covid auch für uns ist….

Es ist möglich das Anfangsstück des Teppichs auszustellen komplett, als auch den unfertigen, der für die lange Zeit der Auseinandersetzung steht…dies ist wohl eher installativ für einen realen Ausstellungsraum denkbar…..Der kleine Anfangsteppich, der später dem großen beigenäht wird, eignet sich vermutlich aufgrund seiner Dimension eher für eine Schaufensterausstellung..der Gesamtteppich eher installativ für den Raum gedacht.

Familie Schori Corona...... Ich bin Mascha. Als Mami mir gesagt hat, ich soll auf ein Tonband sprechen, was ich so denke und fühle, fand ich das erst komisch. Dann hab ich aber einfach damit angefangen. Ich habe Lieder erfunden und sie gesungen. Auf meinem Klavier gespielt und dabei an das gedacht, was grad so los ist. Meine Klavierlehrerin konnte nicht kommen und deswegen hab ich alleine weitergeübt. Als ich hörte, was ich gespielt hab, war ich manchmal erstaunt. Es waren lustige aber auch traurige Melodien dabei.

Wir haben an einem Corona Bild gemalt. Einfach drauflosgemalt. Und geschaut, was drin ist in uns und rauskommt. Darauf ist auch ein geschlossenes Restaurant zu sehen. Es war blöd, es von unserem Balkon aus zu sehen und nicht reingehen zu können. Und meine Mami, wie sie traurig ist. Und ich mit meinem besten Freund, den wir weiterhin sehen konnten. Mit ihm habe ich Vorstellungen erfunden und sie dann unseren Eltern gezeigt. Dann waren alle fröhlich. Ich habe meine Grosseltern sehr vermisst. Ihnen hat meine Mami die Tonaufnahmen geschickt und sie fanden das sehr schön. Das hat mich froh gemacht.
Wenn ich das jetzt anschaue, ist es ein verrücktes Gefühl. Ich erinnere mich.

Ich bin Nadine. Und so froh, diese Gelegenheit gehabt zu haben. Eine Aufgabe. Ich stand eine Woche vor meiner Premiere und wusste gar nicht wohin mit mir.
Kulturvoll hat mir ausserdem die Möglichkeit gegeben, in meine Tochter hineinzuschauen, wie es sonst vielleicht nie möglich gewesen wäre. Es hat mich sehr berührt, wie sie mit der Situation umgegangen ist und alles so feinfühlig reflektiert hat. Zusammen an diesem Bild zu malen - diese Audioaufnahmen..... Wir sind uns sowieso sehr nah, aber dieses gemeinsame Erfühlen was Corona mit uns macht, ganz bewusst zusammen in uns reinzuhorchen. Das ist unbezahlbar.

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